Augenklinik

Eine der wichtigsten Zielsetzungen von Olileanya ist die Unterstützung der Augenklinik des Annunciation Specialist Hospital. Ein erster Schritt war die Finanzierung eines Ambulanzbusses, um kostenlose Sprechstunden auf den entlegenen Dörfern durchführen zu können. Weiterhin konnten wir die apparative Ausstattung der Ambulanz selbst durch Sachspenden maßgeblich verbessern. Das Krankenhaus verfügt über einen gut ausgestatteten Operations-Saal, der ebenfalls durch Spenden aus Deutschland eingerichtet wurde.

Die Rahmenbedingungen für eine gute Patientenversorgung wären also grundsätzlich gegeben, wenn dem nicht die bittere Armut der meisten Patienten entgegen stehen würde. Viele alten Menschen auf dem Land bekommen meist keine Rente, sie sind darauf angewiesen, täglich auf dem Feld zu arbeiten, um ihre Ernährung zu sichern. Hierbei sind die Menschen einer hohen UV-Strahlung ausgesetzt, die im Zusammenhang mit einer einseitigen Ernährung das Entstehen von Augenkrankheiten begünstigt. Bei fehlender ärztlicher Behandlung führen diese  in vielen Fällen zur Erblindung. Die finanziellen Mittel – Transport ins Krankenhaus, Kauf von Medikamenten, einer Brille, Finanzierung einer OP – fehlen oftmals gänzlich.

Deshalb haben wir einen Topf eingerichtet, in den für die Durchführung von z.B. Staroperationen für völlig mittellose PatientInnen gespendet werden kann. Es sollte allerdings auf dem Überweisungsträger konkret angegeben werden, dass das Geld für die Augenklinik bestimmt ist.

Unsere ersten Erfolge in diese Richtung können Sie nachfolgend lesen: 


Gabi Ayivi schreibt im Dezember 2014:

Fast nebenher hat auch die erste Augenoperation stattgefunden. Gestern war die Frau namens Christina zur ersten ambulanten Nachkontrolle im Hospital. Sie ist uebergluecklich, betastet meine fuer sie sehr ungewoehnlichen Haare und kommt generell aus dem Staunen ueber diese wieder sichtbare Welt nicht heraus. Leider kann ich das kleine Video, auf dem sie vor Freude tanzt, nicht einstellen – mein aktuelles Mailprogramm laesst die Ueberspielung von Daten dieser Groesse nicht zu. Ich werde es bei meinem naechsten Besuch in Deutschland nachholen. 

Bild: Christine erfährt, dass sie operiert werden kann

Gabi Ayivi schreibt in ihrem Brief im August 2014:

Einmal wöchentlich durfte ich mich bei den Einsätzen der augenärztlichen Ambulanz auf die Dörfer der weiteren Umgebung von der Arbeit am Bau „erholen“. Diese Sprechstunden, entweder in einer Kirche oder auf einem Markt unter freiem Himmel abgehalten, sind sehr eindrücklich. Auch wenn wir nur in sehr eingeschränktem Rahmen eine Diagnostik durchführen können, wird die Anwesen­heit des Teams doch mit großer Freude angenommen. An einem Sonntag haben uns im Anschluss an den Gottesdienst nahezu 100 Menschen mit den verschiedensten Krankheitsbildern konsultiert. Um 17.00 Uhr haben wir diese Aktion abgebrochen, weil die Arbeit in einem extrem heißen Klima auch unter schattenspenden Mangobäumen doch sehr, sehr anstrengend war. Aber wir haben versprochen, demnächst wieder zu kommen. Immer beeindruckt mich die Geduld der Wartenden, die z.T. stundenlang unter praller Sonne ausharren, bis sie ihre Beschwerden vortragen können.





Ambulanzbus 

Seit Anfang 2013 ist der von Olileanya e.V. finanzierte VW-Bus für die augenärztliche Ambulanz des Announciation Specialist Hospital in Emene im Einsatz.

Durch diesen Bus ist es möglich, dass der Augenarzt Dr. Eze auch Menschen in der weiteren Umgebung helfen kann, die keine Möglichkeit haben, selbst den Weg zum Krankenhaus anzutreten.



Nachfolgend der Bericht von Gabi Ayivi aus dem Jahr 2013 über die Geschichte des Ambulanz-Busses:

Fast genau zwei Jahre nach unserem ersten Besuch in Emene konnte das Projekt „Bus für die augenärztliche Ambulanz des Annunciation Hospital“ endlich abgeschlossen werden!

Sr. Jane hatte im Januar 2011 von diesem Plan berichtet. Zunächst war sie der Meinung, dass sie lediglich einen neuen Motor für ein altes Auto benötige. Letzten Endes stellte sich jedoch heraus, dass umfangreiche Reparaturarbeiten an diesem von ihr angedachten Fahrzeug erforderlich gewesen wären, was sich einfach nicht rentierte. So haben wir uns entschlossen, nach einem gebrauchten Auto zu suchen. Nach mehreren Anläufen konnte ein solches im Oktober letzten Jahres angeschafft werden, ein VW-Multivan mit integriertem Klapptisch, super in Schuss. Beim Kauf wurde ich von einem fachkundigen Bekannten sehr gut beraten und begleitet. Vielen Dank an dieser Stelle nach Epfendorf!

Marcel packte die diversen Hilfsgüter aus der Schweiz und dem Krankenhaus Schramberg in den Bus, am 24.11.12  wurde er abgeholt und nach Lagos verschifft, um dort am 28.12.12 anzukommen. 

Marcel, der inzwischen ebenfalls in Lagos war, organisierte die Auslieferung durch den Zoll und die Fahrt nach Emene. Er engagierte einen Fahrer /Security-Man und die beiden machten sich am 21.01.2013 auf die fast 600 km lange Reise. Sie wurden zwar mehrfach angehalten, um an verschiedenen Stationen an Militärs und Polizisten einen Wegezoll zu entrichten, kamen jedoch nach 13stündiger Fahrt ohne größere Zwischenfälle auf dem Gelände des Annunciation Hospital an.

Einige Fotos verschaffen einen kleinen Eindruck von der Fahrt und der Ankunft in Emene: 


Zunächst einmal ist zu bestaunen, wie große Frachten „sicher“ an nicht allzu vertrauensvoll wirkenden Vehikeln festgezurrt werden und das alles dann auf den Verkehr losgelassen wird. Überhaupt ist auf Nigerias Straßen immer richtig viel los, weil es so gut wie keinen Schienenverkehr gibt. 



Die große Brücke führt über den River Niger, der dem Land seinen Namen gibt. 








Und zum Schluss begleiten wir die Schwestern und Mitarbeiter des Krankenhauses beim Entladen des Busses. 











Ein paar Tage später erhielten wir eine mail von Dr. Eze, dem Augenarzt:

Date: Sat, 26 Jan 2013 22:28:01 +0000

Subject: Appreciation from our deepest heart

We the staff of eye clinic and indeed Annunciation Hospital do sincerly thank you and your lovely mother for your kindly disposition towards us. Becaues you are advancing the course of the poor, you are lending to God and He'll adequately reward you. We'll make sure that we'll use the vehicle and equipements to reach out to the indigents.

We are very grateful. How's your family. Please forward this mail to
your mum too as i could not source 'olileanya' web. My warm regards.
Dr. Eze Thomas(Eye clinic)

In Telefonaten drückte Sr. Jane ebenfalls ihre große Freude aus. Mit einem so schönen und zweckmäßig ausgestatteten Auto und dem für sie so wertvollen Inhalt hatte sie nie gerechnet. 

Wir bedanken uns herzlich bei allen Spendern, den Käufern des Kalenders 2013 und der Handarbeiten, die diese Anschaffung erst möglich gemacht haben. 

Die Unterstützung für den weiteren Schulbesuch von Mary Cynthia ist inzwischen nahezu gesichert. In den nächsten Monaten werden wir unsere Kräfte auf den Hausbau in Emene konzentrieren. Wir hoffen, bald den Bauplan vorstellen zu können mit einer Ansicht des Bauplatzes. Um das Haus zur Aufnahme von Kindern und Inbetriebnahme zunächst einer kleinen Näh- und Strickstube voranzubringen, freuen wir uns über jede Zuwendung.  Wie gewohnt werden wir über die einzelnen Schritte in Wort und Bild berichten.

Für das nun schon nicht mehr so junge Jahr 2013 wünschen wir allen Freunden von OLILEANYA e.V. alles Gute, vor allem aber Gesundheit, Frieden und die innere Ruhe, um den Anforderungen des Alltags gewachsen zu sein.  

Ka odi mgbeozo – bis bald!

Gabriele Ayivi